Soziale GründerInnen-Szene: fairer, ökologischer & kreativ

Social Start-Ups bringen Schwung in das eingefahrene und einseitig ausgerichtete unternehmerische Handeln kapitalistischer Prägung. Ihre kreativen Ansätze stellen gesellschaftliche Aspekte in den Vordergrund ihrer wirtschaftlichen Aktivität. Hier auf Bewährung aus der Beispielhaft:

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Fairnopoly: Der fairere deutsche Online-Markplatz

Marktplätze unter der Aufsicht einer nordamerikanischen Amazonen-Kriegerin und eine gigantische Tauschbucht an der Westküste Nordamerikas haben weltweiten Ruhm und Reichtum angehäuft – unter denen ernst zu nehmende Sicherheitsbedenken und unwürdige Arbeitsbedingungen schlicht begraben wurden. Alternativen sind rar gesät bis nicht aufzufinden – in Deutschland werden sie oft gar nicht erst gesucht.

Unter einem Namen, der bereits einen absurden Markenstreit mit einem Spielwarenhersteller vom bereits mehrfach genannten Erdteil heraufbeschworen hat, tritt Fairnopoly an, ein Spiel umzudrehen, das nie eines war: den Kauf und Verkauf von Waren. Auf dem Weg in ein faires Wirtschaftssystem (das einmal „Gemeinwohlökonomie“ heißen könnte) sollen Fairness, Transparenz und Korruptionsbekämpfung gepaart mit Förderung verantwortungsvolle Konsums ihr Soziales Unternehmen bestimmen – ein Unternehmen, das als Genossenschaft „2.0“ ganz auf seine TeilhaberInnen/NutzerInnen setzt. Nicht auf deren Dividende und Gewinnmaximierung. Sie möchte die Dynamik eines Sozialen Unternehmens (Social Entrepreneurship/Start-Up) mit den langfristigen Zielen einer Sozialen Bewegung kreuzen und braucht dafür langen Atem und engagierte GenossInnen und NutzerInnen (bislang: mehr als 1.100; bei erfolgreicher 2. Crowdfunding-Kampagne: + über 630).

Was das Zählbare angeht, steckt der am 24.09.2013 online gegangene fairere Marktplatz nach 4 Monaten (Stand: 26.01.2014) zweifellos noch in der Anlaufphase:

Mit Fairnopoly-Genossenschaftsanteilen in kürzester Zeit reich zu werden, ist angesichts dieses Zahlenmaterials wenig wahrscheinlich – was wohl kaum die vorrangige Intention der allermeisten GenossInnen gewesen sein dürfte. Fairnopoly geht in Sachen Transparenz (bestes Beispiel sind für alle einsehbare Geschäfts– und Einlagenkonten) und Kommunikation der Lernprozesse einen herausragenden Weg, auf dem sie weiterhin jede Unterstützung brauchen könnennicht nur, aber selbstredend auch geldwerte. Werdet ihr in ein paar Jahren sagen können, Pionier-/GenossInnen-Arbeit geleistet und einen fairen Online-Marktplatz in NutzerInnen-Hand aufgebaut zu haben? Darauf könnt ihr noch heute eine Antwort geben – sie wird euch gefallen haben!

Photocirlce: Fotokunst kaufen, eigene Bilder drucken und so Menschen weltweit helfen

Ein Dilemma wie aus dem sprichwörtlichen Bilderbuch: Tausende digitale (z.B. Urlaubs-)Fotos fristen auf Festplatten deutscher Haushalte ein unwürdiges Dasein. Und wenn sie doch mal zur Drucksache werden sollen, dann verdienen daran Drogerieketten mit Sofortdruck-Apparaturen oder zahllose Online-Anbieter mit Fotoproduktpaletten zu permanent mit Rabattzeichen versehenen Preisen…

Der PHOTOCIRCLEtritt an, einen Kreis zu schließen, den wir zu zeichnen beginnen, wenn wir Menschen, Tiere und Sehenswürdigkeiten aller Art (insbesondere in anderen Ländern) auf Fotos festhalten. Während wir die Fotos zumeist auf Speicherkarten aus dem Urlaub in unser Zuhause tragen, dort auf Festplatten übertragen und dort massenhaft lagern. Eventuell stellen wir sie dann noch in Sozialen Netzwerken zur Schau und lassen einzelne Aufnahmen entwickeln, geben hin und wieder auch mal online eine Leinwand o.ä. in Auftrag. Das vormals nur digitale Bild wird so aufgewertet.

Warum ist der Kreis an diesem Punkt aber – nicht nur aus der Sicht von PHOTOCIRCLE – nicht geschlossen? Weil unsere Fotos immer Motive zeigen, die zu sehen (und zu fotografieren) wir das Privileg hatten – gerade wenn dies in weit entfernten Ländern geschieht. Etwas zurückgeben können für diese einmaligen Erfahrungen, die sich in den von uns „geschossenen“ Fotos zuweilen ausdrücken – das möchte PHOTOCIRCLE ermöglichen.

Die Fotoprodukte von PHOTOCIRCLE sind überschaubar, aber äußerst hochwertig:

Auch wenn es nicht die eigenen Fotos sind, sondern wir uns gern Fotokunst von professionellen Fotografen an die Wand hängen möchten: Dann spenden diese Fotokünstler 6-50% des Kaufpreises an Bildungs- und Entwicklungsprojekte in den Ländern, in denen ihre Fotos entstanden sind.

Klimaneutrales Hosting und Versand sowie das Leinwandrahmen-Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind die bislang erfüllten ökologischen Kriterien. Die Farben, die Baumwolle für die Leinwände, der Energieaufwand bei Alu Dibond usw. sind noch offene Öko-Baustellen. Werdet ihr mit der Online-Bestellung von Fotoprodukten zumindest anteilig soziale Projekte unterstützt haben? Es wird sich gut angefühlt haben, ganz bestimmt!

Fairphone: Das fairere Smartphone aus China/Niederlande

Spätestens seit der Dokumentation „Blood in the Mobile“ kann den Smartphone-KäuferInnen dieser Welt bewusst sein, dass ihre Kaufentscheidung das Leben von Menschen im Kongo (Standort vieler Minen für einige der benötigten Rohstoffe) und in China (fast ausschließlicher Standort der Fabriken für die Massenproduktion) indirekt, aber ganz real beeinflusst.

Ein niederländisches Soziales Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein faireres (!) Smartphone designen und produzieren zu lassen. Sie haben (für die meisten vielleicht zum ersten Mal) erkennbar gemacht, wie die Wertschöpfungkette eines Mobiltelefons tatsächlich aussieht. Sie (das sind mittlerweile 20 Teammitglieder) haben sowohl bei der Materialgewinnung als auch bei der Massenproduktion in China auf die Einhaltung sozialer Standards Wert gelegt und dies in einer für die Branche nahezu einmaligen Preisaufschlüsselung deutlich gemacht! Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr sowie das maßgebliche ursprüngliche Ziel der Produktion eines durch und durch fairen Smartphones (das noch nicht umgesetzt werden konnte!) werden die Vorhaben für 2014 prägen und die angestoßenen Prozesse intensivieren. Die Auslieferung der ersten Charge von 25.000 Fairphones an die KäuferInnen wurde zwischen Dezember 2013 und Januar 2014 realisiert (aus dieser Charge findet sich übrigens auch eines bei Fairnopoly). Eine Liste für eine zweite Tranchefüllt sich bereits – werdet ihr darauf gestanden und euer eigenes Fairphone in den Händen gehalten haben? Wird das Fairphone am Anfang einer Produktion hochtechnologischer Elektronikgüter gestanden haben, die verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung und vollständiges Recycling ebenso gewichtet wie faire Arbeitsbedingungen u.a. in den Minen und Fabriken? Ihr werdet es entschieden haben!

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