Mit Monopolen brechen: Genossen schafft Fairnopoly!

Fairness und Wirtschaft sind im 21. Jahrhundert nicht nur als Wortpaar so weit von einander entfernt wie Cayman-Konten von Steuergerechtigkeit. Beweisführend seien die wirtschaftskriegerische Amazone des Herrn Bezos oder die madige Apfelkultur aus dem Silicon Valley genannt.

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Es sei zu Beginn klargestellt, dass „Wirtschaft als Spiel“ zu verstehen, schon ein Teil der übergeordneten Problematik darstellt. Ein solches „Spiel“ (das eben keines ist) schlicht umzudrehen, schafft – gründend auf dem gegenwärtigen Weltwirtschaftsverständnis – die unübersehbare Krisenhaftigkeit des globalisierten Wirtschaftssystems nicht aus der Welt.

Ob nun Adjektive wie „frei“ oder „sozial“ vorangestellt werden: „Marktwirtschaft“ ist das dominante ökonomische Ordnungsprinzip. Mit mittelalterlichen, lokalen „Marktplätzen“ hat das nichts mehr zu tun. „Der Markt“ ist nicht mehr die Summe aus regionalen Beziehungen zwischen Anbietenden und Nachfragenden. Der postmoderne „Markt“ wird uns als metaphysisches Wesen mit eigenen Bedürfnissen (u.a. Vertrauen, Sicherheit, Wachstum) „verkauft“. So etwas nennt man Anthromorphismus, d.h. wir sprechen „dem Markt“ menschliche Eigenschaften zu, die er als unbelebtes Objekt menschlicher Vorstellungskraft gar nicht besitzen kann.

Der weltweite Wirtschaftsraum ist mehr als gigantische „Wachstumsmesse“ zu begreifen. An dieser Stelle ein kleines sprachliches Bild, das diese neoliberale, interaktive Messe illustrieren kann: eine wirtschaftskriegslüsterne Amazone lehnt an dem morschen Apfel-Tech-Tree nahe der elektronischen Bucht mit dem alles übertönenden Konsumrauschen der Modewellen, denen die algorithmische Datenkrake mit den zwei gläsernen O-förmigen Glubschaugen entsteigt. Die quasi-monopolistischen Züge dieser eben genannten, nur stellvertretenden Aussteller werden werbewirksam ausgeblendet und ihre wahnhaft ausgewachsenen Produktpaletten mit geldwerten Vorteilsheilsversprechen an zielgruppenspezifizierte, möglichst unpolitische Konsumenten gebracht.

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Abseits dieser eben beschriebenen (unheiligen wie unheimlichen) Messelandschaft liegt ein virtueller Platz, der sich in einem bereits leicht fortgeschrittenen Stadium der Planung befindet. Ja, ein Platz, der sich mit Marktständen zu füllen beginnt – ein tatsächlicher „Marktplatz“ also. Er steht auf einem Fundament aus drei wesentlichen Elementen:

  • Fairness (als Teil einer ökonomische Unternehmung realisieren)
  • Verantwortungsübernahme (im globalisiertes Konsumverhalten verankern)
  • Korruptionsbekämpfung (auch/gerade in Deutschland dringend benötigt)

Der besagte Marktplatz schafft nicht nur die übliche virtuelle Stellfläche für Anbietende – er wird genossenschaftlich aufgeteilt und betrieben. Zwölf Grundsätze finden sich in der entsprechenden Satzung, die das das Marktgeschehen auf diesem Platz rahmen:

  1. Menschenfreundlichkeit (wirtschaftl. Handeln im Sinne der Menschen)
  2. Fairness (nach Innen und Außen)
  3. Wahl fairer PartnerInnen (Handelsaktivitäten nach fairen Grundsätzen)
  4. Nachhaltigkeit (Fairness gegenüber nachfolgenden Generationen)
  5. Transparenz (Zahlen – auch von Banken – und alle Fakten offenlegen)
  6. Mitwirkung (Weiterentwicklung für alle mit allen)
  7. Mitdiskutieren (Feedbackstrukturen schaffen)
  8. Open Source (Wissen öffentlich machen – nicht nur bei der Software!)
  9. Förderung von verantwortungsvollem Konsum (sowas gibt’s auch!)
  10. Förderung von Korruptionsbekämpfung (Lobbyismus & Bestechung a.D.)
  11. Verzicht auf „große Gesellschafter“ (Mehrheitseigner a.D.)
  12. Konsequente und lokale Steuerzahlungen (ja, in diesen Zeiten muss das betont werden!)

Falls es bis hier hin noch nicht augenscheinlich geworden sein sollte:

Dieser Artikel spricht sich für FAIRNOPOLY aus – einen faireren Online-Marktplatz, der als Genossenschaft gegründet wurde.

Diesem genossenschaftlichen Online-Marktplatz kann man/frau noch bis zum 07.02.2014, 23:59 Uhr mit nur 50 Euro für einen Genossenschaftsanteil beitreten. Wer schon länger nach Alternativen zur streikresistenten, ausbeuterischen Amazone oder zur unsicheren elektronischen Tauschbucht sucht, sollte Fairnopoly mindestens einen Besuch abstatten, dort vielleicht auch etwas einkaufen und am Ende auch darüber nachdenken, ob ein kleiner Beitrag zu dieser wichtigen Idee und ihrer (noch weiterer zu entwickelnden Umsetzung) möglich ist.

Die Tatsache, dass ein US-amerikanischer Spielwarenhersteller, der ein weltweit bekannt gewordenes Brettspiel mit käuflich erwerbbaren Straßen. Bahnhöfen etc. vertreibt, sich anschickt, das „nopoly“ in Fairnopoly als Anspielung auf sich selbst zu beziehen und dies für markenrechtlich relevant und ggf. auch für einklagbar hält – diese Tatsache sollte das Interesse an einem alternativen und gemeinwohlorientierten virtuellen Marktplatz in der Hand seiner Nutzerinnen und Nutzer nur noch vergößern (und niemanden abschrecken, sich zu beteiligen)!

Im Futur II gesprochen/geschrieben: Wir werden mit FAIRNOPOLY einen faireren, transparenten und (menschen-)würdigen Online-Marktplatz auf dem Weg in eine Gemeinwohl-Ökonomie realisiert haben! Werdet ihr mit uns gegangen sein?

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