Ostafrika hungert

Weltweit hungern nahezu 1.000.000.000 Menschen chronisch – allein in Ostafrika sind es – je nach Quelle – 10 bis 12 Millionen. Teile von Somalia, Kenia und Äthiopien leiden unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren.

Solidaritätsbekundungsoptionen:

Diese drei Organisationen bieten Petitionen, über die sich Druck auf politische Entscheidungsträger z.B. bei den Vereinten Nationen ausüben lässt:

Neben politischem Druck brauchen die Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien derzeit jedoch vor allem eines: Das Minimum, um zu überleben.

Wer sich dazu in der Lage sieht, der kann daher z.B. über das Bündnis Entwicklung hilft (darin vereint: Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und die Welthungerhilfe) einen beliebigen Betrag spenden. Zur Orientierung:

  • Schon mit 5 Euro kann eine Person in Somalia für einen Monat mit Nahrungsmitteln (2,5 kg Reis, 2,5 kg. Bohnen, 1,5 l Speiseöl) versorgt werden.
  • Ein Hilfspaket für eine Flüchtlingsfamilie mit Plastikplane und Moskitonetz, um ihre Unterkunft zu verstärken und sich vor Malaria zu schützen, kostet 15 Euro.
  • Eine kleine Ziegenherde einer von Dürre betroffenen Familie in Äthiopien kann bereits für 50 Euro mit Futtermittelkonzentrat für drei Monate ausgestattet werden. Die Tiere sind der wichtigste Besitz der Nomaden. Überleben diese Tiere, so sichert dies auch das Überleben der Familien. Vor allem für Kinder ist die Ziegenmilch wichtig.
  • 100 Euro schenken 300 Menschen mit einer warmen Mahlzeit.

Das Bündnis betont, dass es „nicht nur reine Überlebenshilfe [leistet], sondern [es] intensiviert mit den eingehenden Spendengeldern auch die langfristigen Entwicklungsprojekte am Horn von Afrika. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die dauerhafte Wasserversorgung gelegt“.

Persönliche Position:

Die World Trade Organisation (WTO, Welthandelsorganisation) trägt das Banner der sog. „Freien Märkte“ bzw. des „Freihandels“ in die globalen Dörfer u.a. auch in den Osten von Afrika und tritt dort wie der liberale Kreuzritter im (noch zu) Heiligen(den) Land auf, der den Heiligen Gral aka Dollar bringt… und Armut inkl. Hunger im Schlepptau hat.

Nicht unwesentlich zu diesen – in trauriger Regelmäßigkeit auftretenden – Hungerkatastrophen auf dem afrikanischen Kontinent tragen Agrarsubventionen der Europäischen Union bei, die es möglich macht, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Europa – unter dem o.g. Banner des „Freihandels“ – nach Afrika zu schaffen und dort zu günstigeren Preisen zu verkaufen, als es den einheimischen Bauern möglich ist. Dies bestätigen der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages sowie die Welthungerhilfe. Indische Großinvestoren wollen laut der Reportage Afrikas Schätze Äthiopien gleich zum „Brotkorb“ für eine globalisierte Welt machen – Marietta Slomka fragt mit Blick auf den im äthiopischen Hinterland grassierenden Hunger zu Recht: „Brot für die Welt aus Äthiopien?!“ Zynische Profitgier beschränkt sich in Zeiten der Globalisierung eben nicht mehr nur auf die ehemaligen Kolonialherren.

Dazu gesellen sich in Somalia islamistische militante Bewegungen wie die Harakat al-Shabaab al-Mujahideen (HSM), die aus dem Islam offenbar Menschenfeindlichkeit und Legitimierung von Gewalt herauslesen und aus einem sog. failed state (mit einer „Übergangsregierung“ ohne Gewaltmonopol) einen islamischen Staat formen wollen. Hungernde Menschen pflastern den Weg, der in diesen Staat zu führen scheint.


Medienverweise:

  1. PHOENIX: „Afrikas Schätze“ 25.08.2011
  2. kurier.at: „Welthandel produziert Hunger“ 19.08.2011
  3. Zeit Online: „Die Ideologie offener Märkte verschlimmert den Hunger“ 03.08.2011
  4. Süddeutsche Zeitung: „Katastrophe in Ostafrika – Zynischen Geschäft mit dem Hunger“ 30.07.2011
  5. World Hunger Notes: „How the World Bank, IMF and WTO destroyed African agriculture“ 20.07.2008
  6. Deutscher Bundestag – Wissenschaftliche Dienste: „Die Auswirkungen der EU-Agrarsubventionen auf die afrikanische Landwirtschaft“ (PDF, 125 KB) 04.06.2008
  7. Welthungerhilfe: „Der Wahnsinn europäischer Agrarsubventionen“ Januar/Februar 2006

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